Mei Sprach’ mecht mit dir red’n

markusbast_meisprachmechtmitdirredn

Ein Auszug aus den Mundarttexten:

“mei Sprach’ is ma zuagrennt
in meina Lausbüablzeit,
habs mei Lebda ned varratn
brauch’s deachdad* bis heit.

Und waun’s spada was Neich’s gibt
gstatt meinegn Dialekt,
is’s ma ah recht, kriagt`s Mäu
zweng den ah koan Defekt.

*deachdad = doch

 

I’viatla Grammatik
Waunsd EI gehst, – gehst ausse
ban EH geh, – gehsde eine
waunsd OUI gehs, – gehst owe
ban OI geh, – gehsd aufe
waunsd AO gehst, – gehst voraun
ban DOI geh, – gehsd voabei
ban ZUI geh, – gehsd zuawe
waunnsd ZAUM gehst, – gehsd za wen hi
ban GFÄHT geh’, – gehsd an Umweg
waunsd UMI gehst, – kimmsd nimma zruck
waunst ma OH gehst, – kimm ih draf wirsd mar fehlst.

Nua, waunsd aft DRENT bist – bist HERENT eh gaunga gmua.

 

s’ I’Viertl
Waunsd ‘s gwiss’ Oita host,
und reifa wiast
s’ Meer scho gsehgn und die ‘s laung
foahn vadriaßt,
d’Natur, dei ‘Sööl’ und d’Augn
mächte gfreit,
so schau hoit hi’, za
d’Iviatla-Leit.

San nuh aundas, ned wia en
da Stadt,
hobm nuh Zeit zan Redn, san ned
so glatt,
wia d’Laundschoft hoit, grea und
volla Saft,
wia d’Bam, de bestehng gegn
Windeskraft.

Bisd miad van Waundan,
toan d’Fiaß scho weh,
trink en Wiatshaus, a Bier,
an Kaffee,
und bisd koa Sechta und
a wengal gscheit,
rucksd zui zan Tisch, van de
dosegn Leit.

Verlag: Eigenverlag, Enns, 2011
Gattung: Lyrik