Lyrik in Schriftsprache

Angst
vor bohrendem zweifel
vor dem unrecht im leben
vor dem recht in der welt
vor den egoismen unser aller
von dem gleichmut der satten
vor den wünschen der armen
vor den ängsten der reichen
vor den schwüren der aktionäre
vor den religionen die gottlos geworden
vor den als gebändigt erklärten atomen
vor dem glück nicht-werdender väter und mütter
vor der rache dieser ungeborenen kinder an ihnen
vor den gedanken an die morde von morgen
vor dem nach außenhin weiter zu sehen
vor meiner angst, die ängste nicht zu besiegen -
um noch menschlich zu bleiben.

 

Olympisch…
Schneller, weiter, größer,

von Hast und Stress gezeichnet,
mutieren sie zu Kämpfern
gegen ihre Zeit.
Stille Stunden zu erkunden
sich versagend und
ständig Stufen nach oben
getrieben steigend,
um von dort als erster
über alle anderen,
als Sieger sich zu wähnen.
Und letztlich, als dem heutigen
Olymp geweihter,
mit heroisch-antiker Geste
euphorisch zu posieren-
von der überholten Masse.

Oh Zeus, lass endlich
doch Athene walten,
und schicke Epimetheus
in den Hades.